Der Vobis Sky-Tower (Teil 1)

Kategorie: Historisches Erstellt: Montag, 01. April 2013 Zuletzt aktualisiert: Montag, 01. April 2013

In den 90er Jahren waren die bunten Vobis-Denkzettel ein oft heiß erwartetes Schaufenster in die aktuelle Computer-Welt. Besonders stach für mich der ab 1994 produzierte Sky-Tower hevor, der sich durch sein Design und etliche praktische Details vom Gehäuse-Einerlei absetzte. Leider gab das Taschengeld natürlich so ein Gerät nicht her, schließlich wurden im Sky-Tower nur Highend-Komponenten verbaut, auch der elterliche PC wurde in einem kleineren Sky-Case erworben. Nachdem diese Episode nun einige Zeit her ist, stieß ich beim Aufräumen auf die eingangs erwähnten Denkzettel und recherchierte ein wenig im Netz, speziell bei den einschlägigen Auktionsportalen. Nach einigem Suchen konnte ich auch gleich zwei Gehäuse dieser Art ausmachen, da ich mir keins durch die Lappen gehen lassen wollte, hab ich mich auch an beiden interessiert gezeigt - und auch beide kaufen können. Nun ärgerte ich mich erst kurz (die Dinger nehmen ja auch Platz weg), stellte dann aber fest, dass ich neben einer Version im AT-Format, um die es in diesem Text gehen soll, auch noch eine modifizierte Version im ATX-Format erstanden habe. Um diese Version geht es in einem anderen Artikel.

Das von mir erworbene System stammt aus dem Jahr 1996 und beinhaltet eine Hauptplatine mit einem AMD K6-Prozessor, eine Festplatte, ein CD-Laufwerk sowie einen CD-Brenner. Da mir das ganze fast schon zu mordern ist, werde ich demnächst noch ein Board mit einem Pentium 60 einbauen. Dieses muss ich zuvor aber noch mit einer neuen CMOS-Batterie versehen. Dazu wiederum muss der Lötkolben geschwungen werden (zumindest wenn's original aussehen soll) und dafür brauche ich erstmal Zeit und Ruhe... Kann also noch dauern.

Zurück zum eigentlichen Gehäuse: Es ist ein echter Big-Tower, sogar etwas höher als die üblichen 72 cm, so dass man bei manchen Schreibtischen Probleme hat, das Gerät darunter zu bekommen. Der Höhenzuwachs rühert daher, dass oben im Gehäuse neben dem Einschalter noch eine serielle Schnittstelle und eine Anzeige für die CPU-Geschwindigkeit untergebracht wurden.

Der serielle Anschluss war eher ein nettes Gimmick: Serielle Modems waren eher an der zweiten seriellen Schnittstelle auf der Rückseite zu finden, wollte man aber Daten ohne Netzwerk von einem PC zum anderen übertragen war die serielle Schnittstelle an der Front recht praktisch, wenn auch elend langsam. In dem hier voeliegenden Gäuse hat sich der Hersteller aber merkwürdigerweise die Mühe gespart, die Schnittstelle einzubauen. Der Platz ist noch vorhanden, aber das Kabel ist zur Gehäuserückseite heraus geführt. Mit etwas Bastelarbeit kann man das gewiss nachholen.

Die Geschwindigkeitsanzeige zeigt überigens nicht zwangsläufig die echte Taktfrequenz an, mittels acht Jumpern kann man dort jede Zahl zwischen 1 und 199 MHz anzeigen lassen.

Das hier beschriebene Exemplar ist zwar noch mit AT-Mainboard und AT-Netzteil bestückt, es scheint aber so, als würde sich der ATX-Standard hier schon abzeichnen: Die Netzteilposition ist wie in ehutigen Gehäusen und die externen Schnittstellen sind schon in ihrer Anordnung an eine ATX-Blende angelehnt.

Der Sky-Tower war recht bastler-freundlich: Die Seitenteile ließen sich ohne Schrauben nur durch je einen Griff entfernen. Auch die Steckkarten waren nicht festgeschraubt, sondern wurden durch eine schnell entfernbare Halterung befestigt. Nachteil hierbei: Ist die Halterung gelöst, sind alle Erweiterungskarten lose. Um der Benutzerfreundlichkeit die Krone aufzusetzen, ist das Mainboard samt Karten auf einem herausnehmbaren Schlitten befestigt, so dass man bequem alles montieren kann und dann das Paket am Stück in das Gehäuse einsetzen kann. Nur die Befestigung der Laufwerke ist durch Schrauben realisiert, hier gab es seinerzeit noch keine schraubenlose Befestigung mittels Schienen.

Die Verbeitungsqualität ist auch für damalige Verhältnisse nur Durchschnitt, es passt zwar alles, aber das Metall ist wenig verwindungssteif so dass sich vor allem die Seitentürbefestigungen gern verbiegen und die Kanten der Bleche sind scharf. Vobis war immerhin als Discounter bekannt. Unter heutigen Bedingungen wäre der Sky-Tower daher eher unteres Mittelmaß. Für die Mitte der 90er bleibe ich aber dabei, dass es eines der besten erhältlichen Gehäuse war.

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